Die tägliche Flächenneuinanspruchnahme bei unter einem Hektar stabilisieren

Von grundlegender Bedeutung für Ressourcenschonung und nachhaltiges Wirtschaften ist auch, dass die anhaltend hohe Nachfrage nach Siedlungs- und Verkehrsflächen nicht dazu führt, dass die Flächenversiegelung ungebremst fortgeführt wird. Auf Bundesebene hat man sich daher auf das Ziel verständigt, bis 2020 die Flächenneuinanspruchnahme auf 30 Hektar am Tag zu begrenzen. Obgleich der Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsfläche in den vergangenen Jahren zurückgeht und (von über 120 Hektar am Ende der 90er Jahre) nun für 2012 bei 74 Hektar täglich liegt, würde eine Fortsetzung dieser Entwicklung auf Bundesebene nicht genügen, um das vorgegebene Reduktionsziel bis 2020 zu erreichen. 

In Rheinland-Pfalz stellt sich die Lage insofern deutlich günstiger dar, als dass der Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsfläche in den letzten Jahren deutlich unter dem auf die Länder umgelegten Wert des Bundes blieb. Nachdem 2012 und 2013 das Ziel der Landesregierung, die tägliche Flächenneuinanspruchnahme bei unter einem Hektar zu stabilisieren, knapp verpasst wurde, liegt die durchschnittliche tägliche Flächenneuinanspruchnahme in Rheinland-Pfalz im Jahr 2014 bei 0,6 Hektar. Das Land befindet sich damit auf dem von der Landesregierung definierten Kurs. Gleichwohl gilt, in den Anstrengungen nicht nachzulassen, so dass auch die weitere Entwicklung in die gewünschte Richtung läuft. Die Landesregierung verfolgt insbesondere mit den im Landesentwicklungsprogramm (LEP IV) verankerten Vorgaben systematisch eine nachhaltige Siedlungsflächenentwicklungspolitik. So wurde der Vorrang der Nutzung von Flächeninnenpotenzialen vor der Außenentwicklung auf der grünen Wiese als ein verbindlich von der Bauleitplanung zu beachtendes Ziel festgelegt. Zur Unterstützung der Kommunen bei der Umsetzung dieser Zielsetzung wurde mit dem Projekt „Raum+ Rheinland-Pfalz 2011“ bundesweit erstmals eine Erhebung von Siedlungsflächenpotenzialen landesweit einheitlich durchgeführt und seitdem kontinuierlich fortgeschrieben. Mit „RAUM+-Monitor“ steht den rheinland-pfälzischen Kommunen heute eine internetgestützte Erhebungsplattform zur Verfügung, so dass sie ihre Daten selbstständig aktualisieren und auswerten können.

Mit dem „Folgekostenrechner Rheinland-Pfalz“ stellt das Land den Kommunen zudem ein neues Instrument für mehr Kostentransparenz bei Baulanderschließungen unentgeltlich zur Verfügung. Angepasst an die speziellen Anforderungen und Bedürfnisse können neben den kurzfristigen Planungs- und Baukosten auch die mittel- bis langfristigen Kosten der sozialen und technischen Infrastruktur unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung einer Kommune für neu zu erschließendes Bauland oder von Flächen im Innenbereich vergleichend analysiert werden.

Zur vollständigen Nachhaltigkeitsstrategie des Landes: Fortschreibung 2015 >>

Verbindung zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen

Dieses Nachhaltigkeitsziel Rheinland-Pfalz leistet einen Beitrag zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nation, insbesondere SGD 11.3, 11.6 sowie 15.1 und 15.5


Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen


Indikatoren

Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz:

Flächeninanspruchnahme durch Siedlungs- und Verkehrsflächen


Status aus dem Indikatorenbericht 2017

Der Wert entwickelt sich in den letzten drei Jahren, für die Daten vorliegen, in die gewünschte Richtung.

In die Fortschreibung 2015 der Nachhaltigkeitsstrategie für Rheinland-Pfalz war das Ziel des damaligen Koalitionsvertrags aufgenommen worden, die tägliche Flächenneuinanspruchnahme bei unter einem Hektar zu stabilisieren. Das letzte Jahr, für das in der Zeitreihe belastbare Daten vorliegen, ist das Jahr 2014. In diesem Jahr ist es mit einem Wert von 0,6 gelungen, die tägliche Flächenneuinanspruchnahme bei unter einem Hektar zu stabilisieren. Ein Vergleich der Daten von 2015 zu 2014 ist aus methodischen Gründen nicht zielführend. Insbesondere sind einzelne Verkehrsflächen aus der bisherigen Erfassung der Siedlungs- und Verkehrsfläche herausgefallen, so dass rein statistisch eine Reduzierung der erfassten Siedlungs- und Verkehrsfläche abgebildet wird, ohne dass damit eine tatsächliche Änderung der Nutzungsart einherging. Ein Vergleich mit der Erhebung zum Stichtag 31. Dezember 2014 ist daher nur für einzelne Nutzungsarten belastbar. So war im Jahre 2015 weiterhin ein Anstieg der durch Wohnen (ca. 1,4 ha/Tag) sowie Gewerbe und Industrie (ca. 0,2 ha/ Tag) neu in Anspruch genommenen Flächen zu verzeichnen.

Die Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung wird erstmalig zum Stichtag 31. Dezember 2016 durch das Amtliche Liegenschaftskataster Informationssystem ALKIS® ausgewertet, das von der Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz geführt wird. Bis zum Stichtag 31.Dezember2015 wurde das Automatisierte Liegenschaftsbuch (ALB) als Quelle herangezogen. Mit der Umstellung der Datengrundlage für die Auswertung kommt ein neuer Nutzungsartenkatalog zur Anwendung, so dass Vergleiche mit den Vorjahren wiederum nicht möglich sind und auch keine belastbaren Werte für das Jahr 2016 errechnet werden können.

Vergleicht man die Veränderungen in Rheinland-Pfalz mit der bundesdeutschen Entwicklung, so ist festzustellen, dass die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche seit dem Jahre 2000 hier wie dort rückläufig war. Allerdings lag der rheinland-pfälzische Wert bis zum Jahre 2007 – teilweise sehr deutlich – über dem bundesdeutschen, erst ab 2008 verändert sich die Situation, so dass ab dann in dieser Betrachtung die zusätzliche Flächeninanspruchnahme in Rheinland-Pfalz auch unterhalb des Wertes für Deutschland liegt.

Um die tägliche Flächenneuinanspruchnahme weiterhin gering zu halten, treibt die Landes- regierung die effiziente Nutzung von Flächen weiter voran. Dies geschieht insbesondere durch

  • die Festlegung des Vorrangs der Nutzung von Flächeninnenpotenzialen vor der Außenent- wicklung auf der grünen Wiese als ein verbind- lich zu beachtendes Ziel der Bauleitplanung; 
  • den „RAUM+Monitor“, mit dem den rheinland- pfälzischen Kommunen eine internetgestützte Erhebungsplattform zur Verfügung gestellt wird, die die Flächeninnenpotenziale systematisch zugänglich macht;
  • den „Folgekostenrechner Rheinland-Pfalz“, mit dem die Kommunen auch die mittel- bis langfristigen Kosten der sozialen und technischen Infrastruktur unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung für neu zu erschließendes Bauland gegenüber der Nutzung von Flächen im Innenbereich analysieren können.

Weitere Informationen: https://mdi.rlp.de/de/unsere-themen/landesplanung/raum-monitor/

Zum vollständigen Indikatorenbericht 2017 >>


Kommentare

Leerstände in Städen/Gemeinden nutzen ,vor Neuanlagen von Bau/ Gewerbegebieten
Nicht pauschal deckeln sondern unterscheiden FÜR WAS die Flächen genutzt werden - hier klare Ziel- und Grenzwerte definieren!
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