Die Schadstoffbelastung der Luft senken

Die durch Industrieanlagen und Gewerbebetriebe, im Straßenverkehr und beim Betrieb von Gebäudeheizungen entstehende Schadstoffbelastung der Luft ist in Rheinland-Pfalz seit Jahren rückläufig. Eine große Rolle hierbei spielt der technische Fortschritt, aber auch Normsetzungen durch die Politik, so beispielsweise im Straßenverkehr durch die Fortschreibung der EURO-Abgasnormen und die Katalysatortechnologie oder im Anlagenbereich (Altanlagensanierung, Novelle der TA Luft, Industrieemissionsrichtlinie). Dennoch stellt die Luftverschmutzung ein großes Umweltgesundheitsproblem dar. Die EU-Kommission hat daher im Jahr 2013 das Maßnahmenpaket „Saubere Luft für Europa” vorgestellt, um die Luftqualität kurz- sowie langfristig bis 2030 zu verbessern. Das Paket enthält unter anderem Unterstützungsmaßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in Städten, Investitionen in For- schung und Innovation sowie einen Vorschlag zur Revision der bestehenden Richtlinie über die Verringerung der nationalen Emissionen bestimmter Luftschadstoffe (NEC-Richtlinie). Demnach sollen ab 2030 strengere Grenzwerte für die sechs wichtigsten Luftschadstoffe festgelegt werden, darunter Stickoxide, Ammoniak, Feinstäube und Methan. Zudem schlägt die Kommission vor, eine neue Richtlinie zur Begrenzung der Emissionen bestimmter Schadstoffe aus mittelgroßen Feuerungsanlagen (1-50 MW) einzuführen. Auch nichtregulatorische Maßnahmen wie die Förderung von Forschung und Innovation über den zeitlichen Horizont 2020 hinaus und eine verbesserte Einbindung des Agrarsektors sollen die Mitgliedstaaten angehen.

Mit den bereits auf allen politischen Ebenen eingeleiteten und geplanten Maßnahmen wie der Optimierung der Technik, Verbrauchsreduzierung und Effizienzsteigerung, verbesserten Abgasreinigungstechnologien oder dem Ausbau der Elektromobilität ist davon auszugehen, dass es gelingen wird, auch bei den nach wie vor kritischen Stickoxiden die Grenzwerte einzuhalten und das Ziel der dauerhaften Verbesserung der Luftqualität in Rheinland-Pfalz erfolgreich umzusetzen.

Zur vollständigen Nachhaltigkeitsstrategie des Landes: Fortschreibung 2015 >>

Verbindung zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen

Dieses Nachhaltigkeitsziel Rheinland-Pfalz leistet einen Beitrag zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nation, insbesondere SGD 3.9 sowie 11.3 und 11.6


Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen


Indikatoren

Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz:

Luftschadstoffbelastungen durch Emissionen


Status aus dem Indikatorenbericht 2017

Der Wert entwickelt sich im vergangenen Jahr nicht in die gewünschte Richtung, wohl aber in einem der letzten drei Jahre, für die Daten vorliegen.

Das Ziel, die Schadstoffbelastung der Luft zu senken, wird, zumindest mit Blick auf das Jahr 2013, nicht erreicht. Betrachtet man die Entwicklung der Emissionen ausgewählter Luftschadstoffe seit 2005, so ist zwar für die meisten Jahre ein Rückgang der Belastung festzustellen. Allerdings gibt es auch Jahre, in denen die Schadstoffbelastung der Luft anstieg, so etwa 2006 und 2010. Dieser Befund gilt auch für das Jahr 2013, für das die jüngsten Daten vorliegen, so dass das Ziel als nicht erreicht bewertet werden muss. Im Übrigen ist festzustellen, dass der Wert von 2013 nur knapp unter dem von 2009 liegt, so dass über diesen Zeitraum hinweg keine nennenswerte Verbesserung mehr erreicht werden konnte. Gleichwohl ist die Schadstoffbelastung der Luft in Rheinland-Pfalz geringer als in Deutschland insgesamt. Diese Beobachtung gilt für den gesamten Zeitraum der Jahre 2008 bis 2013. Dabei ist festzustellen, dass, nicht zuletzt aufgrund der sich verschlechternden Entwicklung im Jahre 2013, zum jüngeren Ende hin beide Werte konvergieren.

Um das Ziel zu erreichen, die Schadstoffbelastung der Luft zu senken, treibt die Landesregierung die Luftreinhaltung weiter voran. Dies geschieht insbe-sondere durch

  • eine flächendeckende und qualitativ hochwer- tige Luftqualitätsüberwachung, eine fachlich fundierte Bewertung der Ergebnisse sowie eine verursachergerechte und verhältnismäßige Ableitung von Maßnahmen;
  • die Strategie „Schadstoffe in Rheinland-Pfalz minimieren“, die Belastungspfade auswerten und in einem breiten Dialog mit allen betrof- fenen Akteuren ein Maßnahmenkonzept zur Senkung von Belastungen entwickeln soll;
  • Maßnahmen für eine Optimierung der Technik, Verbrauchsreduzierung und Effizienzsteigerung bei Fahrzeugen, Industrieanlagen und Heizungen sowie der Ausbau der Elektromobilität.

Weitere Informationen: https://mueef.rlp.de/de/themen/umwelt-schutz-umwelt-und-gesundheit/luftreinhaltung/  http://www.luft-rlp.de 

Zum vollständigen Indikatorenbericht 2017 >>


Kommentare

Den Hausbrand von Holz verbieten. Ölheizungen abschaffen. Mobilität auf elektro und damit mit wesentlich höherem Wirkungsgrad umstellen. Bei Bahnverbindungen prüfen, wie gut diese ausgelastet sind und diese durch andere Konzepte, autonomes Fahren, Uber, ersetzen.
Mit Bus und Bahn ist man deutlich Umweltbewusster unterwegs als mit dem Auto. Eine Erweiterung des Bus und Schienenverkehrs würde mehr Menschen animieren, diese zu benutzen. Momentan ist man, wenn man an Öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, sehr unflexibel. Dies ist ein Grund dafür, dass viele Menschen sich gegen die öffentlichen Verkehrsmittel entscheiden. Wer beispielsweise ein Jahr lang mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto zur Arbeit fährt, kann bei einer Entfernung von 25 Kilometern rund 3.700 Euro und rund 320 Kilogramm CO2 sparen.
Rentner, Schüler/Studenten und Bürger, die einen freiwilligen Dienst verrichten, sollten eine starke Vergünstigung bei Bus und Bahn erhalten. Die Verbindungen sollten besser ausgebaut werden, um den Bürgern die Entscheidung zu erleichtern öffentliche Verkehrsmittel bei längeren Strecken zu nutzen. Um Pünktlichkeit zu gewährleisten, sollte es einen größeren Zeitspielraum zwischen Abfahrt und Ankunft geben. (Entschleunigung)
Der Fleischkonsum muss sinken. Hierzu sollten allgemein Bio-Produkte regional erzeugt/produziert werden und gleichzeitig zu einem höheren Preis verkauft werden. Durch die regionale Produktion steigt die regionale Wertschöpfung und die Qualität wird im Allgemeinen besser. Arbeitsplätze werden dadurch geschaffen und die Emissionen, die durch Logistik entstehen, vermindern sich drastisch. Folglich steigt die Liquidität der Konsumenten, wodurch diese mehr einkaufen und konsumieren und das Geld in der Region bleibt. Die Felder der Bauern können überwiegend für pflanzliche Lebensmittel genutzt werden. Die Abschaffung des Autoverkehrs ist grundlegend von großer Bedeutung, jedoch sollte darauf geachtet werden, dass, wenn Individuen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, diese auch genauso zuverlässig und effizient agieren, wie auch die Benutzung des eigenen Autos.
Verbesserung der Luft durch Fassadenbegrünung
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