Die Ressourceneffizienz steigern

Etwas anders verhält es sich bei der Rohstoffproduktivität. Zunächst einmal liegt Rheinland-Pfalz hier über dem entsprechenden Vergleichswert für Deutschland. Zum anderen ist der Rohstoffverbrauch im Jahr 2012 mit einem Rückgang von 5,7 Prozent deutlich gesunken, so dass die Rohstoffproduktivität gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Prozent steigen konnte. Zieht man das Ziel der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie heran, wonach die Ressourcenproduktivität bis 2020 gegenüber 1994 verdoppelt werden soll, so ist auch für Rheinland-Pfalz bis zur Erreichung dieses Ziels noch ein beträchtliches Stück des Weges zu gehen.

Dass die Verringerung des Rohstoff- und Materialverbrauchs zu den zentralen Herausforderungen einer nachhaltigen Wirtschaftsweise gehört, ist auch ein Ergebnis des Dialogs Industrieentwicklung, einer gemeinsamen Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung, der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz, des Deutschen Gewerkschaftsbundes Rheinland-Pfalz/Saarland und der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern Rheinland-Pfalz. Weiter heißt es dort: „Eine Ressourcenpolitik, die dazu beiträgt, die Ressourceneffizienz zu erhöhen und Stoffkreisläufe so weit wie technisch möglich und ökonomisch sinnvoll zu schließen, hat für Unternehmen, Volkswirtschaft und Gesellschaft Vorteile. Ressourceneffizienz wirkt sich für Unternehmen am Industriestandort positiv auf die Versorgungssicherheit aus.“

Der effiziente Einsatz von Rohstoffen wird zunehmend zu einem Leitfaktor für Wettbewerbsfähigkeit. Die Schließung von Stoffkreisläufen hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiger Schritt zur Bewältigung der Herausforderungen, die mit einem nachhaltigen Wirtschaften ver- bunden sind. Anzustreben ist eine Null-Abfall-Gesellschaft, in der Produktion, Konsummuster und Rohstoffverwertung dem Prinzip „Cradle to Cradle“ folgen.

In dieser Perspektive ist mit dem 1. Januar 2014 das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz des Landes in Kraft getreten. Damit sollen die Voraussetzungen für die möglichst weitgehende Schließung von Stoffkreisläufen geschaffen werden. Die kommunalen Sammelsysteme sollen die Trennung der werthaltigen Altrohstoffe auch tatsächlich ermöglichen. Auf Grundlage der im Kreislaufwirtschaftsgesetz des Bundes verankerten 5-stufigen Abfallhierarchie, bei der die Maßnahmen der Vermeidung und Abfallbewirtschaftung in der Rangfolge Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung und Beseitigung stehen, sind die Landkreise und kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz als öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger gehalten, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass die in den Abfällen enthaltenen Wertstoffe als Sekundärrohstoffe in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Dabei soll die Wertschöpfung vor Ort verbleiben, die gewonnenen Rohstoffe sollen möglichst regional genutzt werden.

Die Marktchancen von Recyclingprodukten sollen längerfristig verbessert werden. Öffentliche Auftraggeber können in allen Phasen eines Vergabeverfahrens insbesondere umweltbezogene Aspekte fordern; dies schließt Anforderungen an die Umweltfreundlichkeit von Produkten ein.

Zur vollständigen Nachhaltigkeitsstrategie des Landes: Fortschreibung 2015 >>

Unterziele

Verbindung zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen

Dieses Nachhaltigkeitsziel Rheinland-Pfalz leistet einen Beitrag zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nation, insbesondere SGD 8.2, 9.4 und 12.2


Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen


Indikatoren

Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz:

Rohstoffproduktivität


Status aus dem Indikatorenbericht 2017

Der Wert entwickelt sich im vergangenen Jahr nicht in die gewünschte Richtung, wohl aber in einem der letzten drei Jahre, für die Daten vorliegen.

Das Ziel, die Rohstoffproduktivität zu steigern, konnte in Rheinland-Pfalz nicht erreicht werden. Nachdem im Jahr 2013 noch ein, wenn auch bescheidener, Zuwachs zu verzeichnen war, fiel der entsprechende Wert im Jahre 2014 deutlich. Darüber hinaus ist mit Blick auf die Situation in Rheinland-Pfalz festzustellen, dass die Rohstoffproduktivität seit dem Jahre 2000 zwar um 20 Prozent gestiegen ist, allerdings in mehreren Jahren, und so eben auch in 2014, ein Rückgang zu beobachten ist. Von daher wäre eine erneute Steigerung in 2015 nicht überraschend. Gleichwohl wäre eine Verstetigung der Zunahme wünschenswert.

Für Deutschland ist eine andere Entwicklung als für das Land festzustellen. Im Bund sank die Rohstoffproduktivität im Jahre 2013, während sie im darauffolgenden Jahr wieder zulegte. Auch für den Bund gilt die Beobachtung, dass die Entwicklung seit 2000 mit einer nahezu identischen Steigerung wie im Land insgesamt in die richtige Richtung weist, von einer stetigen Aufwärtsentwicklung aber auch hier nicht gesprochen werden kann.

Im Jahr 2014, mithin dem letzten Jahr, für das Daten vorliegen, bewegen sich die Entwicklungen in Deutschland und Rheinland-Pfalz aufeinander zu, so dass der Wert von Rheinland-Pfalz nur noch knapp über dem deutschen Vergleichswert liegt.

Um das Ziel zu erreichen, die Ressourceneffizienz zu steigern, treibt die Landesregierung die effiziente Nutzung von Ressourcen weiter voran. Dies geschieht insbesondere durch

  • FörderungderKreislaufwirtschaft,beispiels- weise durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz des Landes und über sektorale Bündnisse wie die „Kreislaufwirtschaft auf dem Bau“;
  • die Unterstützung bei der Entwicklung und Verbreitung innovativer Umwelttechno- logien, unter anderem über das Netzwerk „Ecoliance“;
  • die zielgerichtete Beratung von Unternehmen und kommunalen Betrieben im Rahmen des Projektes „Effcheck – PIUS-Analysen in Rheinland-Pfalz“, um Maßnahmen zur effizienteren Nutzung von Energie, Roh-, Betriebs- und Hilfsstoffen zu identifizieren, den Verbrauch von Wasser und Energie zu reduzieren und die Entstehung von Abwasser, Abfällen und Emissionen zu vermindern.

Weitere Informationen: https://mueef.rlp.de/de/themen/klima-und-ressourcenschutz/ressourceneffizienz/  www.effcheck.rlp.de 

 

Link zum Indikatorenberich 2017 >>


Kommentare

Für die Errichtung von Bauwerken benötigen wir weltweit 40-50% aller Ressoursen und verursacht ca. 60% aller Abfälle in Europa. Die öffentliche Hand müsste eine Vorbildfunktion warnehmen und bei der Sanierung und Neuerrichtung von Bauwerken recyclingfähige Baukonstruktionen ausschreiben. Des Weiteren müsste sie nachhaltige und langlebige Baustoffe/Konstruktionen verwenden. Eine Leitlinie, wie das Beispiel der Evengelischen Kirche Deutschlands könnte als Ideengeber dienen: https://www.ekd.de/agu/download/BAL-AGU_Nachhaltigkeit_von_Gebaeuden_(final).pdf (aufgerufen:30.10.2019)
fast täglich sieht man, wenn man im Supermarkt unterwegs ist, Ware welche verpackt wurde, obwohl diese Gar nicht notwendig wäre. Wie z.B. die Orange, welche geschält wurde und anschließend in einer Plastik hülle verpackt wurde. Die Natur hat für Obst und Gemüse schon die Perfekte Verpackung geschaffen. Durch ein gesetzliches Verbot würde man dieser unnützen Umweltverschmutzung ein ende bereiten. Aufgrund der Faulheit der Menschen werden Unmengen von Plastik müll geschaffen.
Das Cradle to Cradle Prinzip sollte öfter in Produktionsstätten umgesetzt werden. Müllvermeidung (Wiederverwendbares Geschirr...) in Unternehmen, Schulen und Kitas. Plastikprodukt kosten erhöhen und Unverpacktläden unterstützen.
Das Cradle to Cradle Prinzip sollte öfter in Produktionsstätten umgesetzt werden. Müllvermeidung (Wiederverwendbares Geschirr...) in Unternehmen, Schulen und Kitas. Plastikprodukt kosten erhöhen und Unverpacktläden unterstützen.
Viele Verpackungen bestehen aus mehreren Werkstoffen / Verbundstoffe (Tetrapacks, Kartonverpackungen mit Sichtfenster, etc.) Diese sind schwer zu recyclen und werden oftmals falsch entsorgt, was zum Verlust der Rohstoffe führt. Einige Produkte wie z.B. Nudeln sind Kartonagen mit Sichtfenstern aus Plastik verpackt. Diese Sichtfenster sind bei Alltagsgegenständen absolut überflüssig. Des Weiteren werden hier die Rohstoffe wie oben beschrieben oft falsch entsorgt, da der Kunststoff nicht vom Karton getrennt wird.
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