Die Energieproduktivität steigern

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Energieproduktivität im Vergleich zu 1990 bis 2020 zu verdoppeln. Davon ist Deutschland noch weit entfernt. Zwar ist es in den letzten Jahren gelungen, die Energieproduktivität zu erhöhen und überdies den Primärenergieverbrauch vom Wirtschaftswachstum absolut zu entkoppeln. Dies geschieht jedoch nicht in einem Maße, das erforderlich wäre, um das selbst gesetzte Ziel zu erreichen.

Dieser Befund gilt im Wesentlichen auch für Rheinland-Pfalz, wo die Energieproduktivität seit dem Jahre 2000 um 16 Prozent gestiegen ist. Trotz des leichten Anstiegs in 2012 gegenüber dem Vorjahr fällt die Energieproduktivität in Rheinland-Pfalz verglichen mit Deutschland nach wie vor geringer aus. Ein Grund hierfür ist, dass die energieintensiven Branchen wie etwa die chemische Industrie in Rheinland-Pfalz besonders stark vertreten sind. So betrug 2012 der Anteil der Chemieindustrie in Rheinland-Pfalz an der Bruttowertschöpfung der gesamten Industrie 26 Prozent, bezogen auf Deutschland lag dieser Anteil mit 8,4 Prozent merklich niedriger.

Damit in Rheinland-Pfalz künftig größere Fortschritte im Bereich Ressourcen- und Energie- effizienz möglich werden, ist es erforderlich, die Anstrengungen im eigenen Land konsequent fortzusetzen. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten die Maßnahmen zur Energieeffizienz, insbesondere die Arbeit der Energieagentur. Darüber hinaus bietet das Land über das Effizienznetz Rheinland-Pfalz (EffNet) vor allem kleineren und mittleren Unternehmen zielgerichtete Beratung durch Experten (wie zum Beispiel „EffCheck – PIUS-Analysen in Rheinland-Pfalz“) an. Dadurch sollen Einsparpotenziale beim Einsatz von Energie, Roh-, Betriebs- und Hilfsstoffen identifiziert werden.

Zur vollständigen Nachhaltigkeitsstrategie des Landes: Fortschreibung 2015 >>

Verbindung zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen

Dieses Nachhaltigkeitsziel Rheinland-Pfalz leistet einen Beitrag zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nation, insbesondere SGD 8.2; 9.4 und 12.2

 


Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen


Indikatoren

Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz:

Energieproduktivität


Status aus dem Indikatorenbericht 2017

Der Wert entwickelt sich im vergangenen Jahr in die gewünschte Richtung, nicht aber in allen der letzten drei Jahre, für die Daten vorliegen.

Das Ziel, die Energieproduktivität zu steigern, wird in Rheinland-Pfalz zurzeit erreicht. Auf eine Steigerung für die Jahre 2011 und 2012 folgte ein Rückgang im Jahre 2013, an den sich wieder ein deutlicher Anstieg für das Jahr 2014 anschloss. Die Entwicklung ist seit der Jahrtausendwende nicht eindeutig. Zwar ist über den gesamten Zeitraum hinweg eine Steigerung der Energieproduktivität um fast 20 Prozent erreicht worden, allerdings schwankte der Wert im Beobachtungszeitraum mehrmals. Insofern scheint eine weitere positive Entwicklung für die Folgejahre nicht gesichert.

Vergleicht man die Entwicklung in Rheinland-Pfalz mit dem Verlauf in Deutschland, so ist festzustellen, dass sich die Energieproduktivität in Deutschland, insbesondere seit dem Jahr 2007, insgesamt etwas günstiger entwickelt, als dies in Rheinland- Pfalz der Fall ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Vergleich zu Deutschland der Anteil energieintensiver Branchen in Rheinland-Pfalz deutlich höher liegt.

Um das Ziel zu erreichen, die Energieproduk­ tivität zu steigern, treibt die Landesregierung die effiziente Nutzung von Energie weiter voran. Dies geschieht insbesondere durch

  • die Arbeit der Energieagentur, die unter anderem Kommunen, Unternehmen und Haushalte in den Bereichen Energieeffizienz und Energie- einsparung berät;
  • den weiteren Ausbau der Kraft-Wärme- Kopplung in Verbindung mit dem Einsatz für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen im Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz;
  • eine stärkere Konzentration auf den Wärme- bereich, wo ein Optimum zwischen dem Einsatz Erneuerbarer Energien und der Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden soll, so dass, in Anlehnung an die nationale Effizienzstrategie Gebäude, in Rheinland- Pfalz bis zum Jahr 2050 ein klimaneutraler Gebäudebestand realisiert werden kann.

Weitere Informationen: https://mueef.rlp.de/de/themen/energie-und-strahlenschutz/energieeffizienz/ 

Zum vollständigen Indikatorenbericht 2017 >>

 


Kommentare

Der Fokus sollte auf der Steigerung der Energie-Effizienz liegen. Das lässt sich durch die Verbreitung von SmartHomes, IoT und generell intelligenteren Steuerungssystemen auch umsetzen. Meiner Meinung nach sollte zuerst die Effizienz optimiert werden und erst im Anschluss die Produktion angepasst werden.
Kooperationen für zum Beispiel Abwärme fördern/ ermöglichen. (Energiegewinnung aus Abwärme)
Nach dem Motto, „Die beste Energie ist die, die gar nicht erst verbraucht wird,“ sollte im Rahmen eines Energiecontrollings durch den Einsatz von elektronischen Messgeräten in allen Räumen die Energieverbräuche der Verwaltungs- und Schulgebäude im Hinblick auf Heizung, Strom und Wasser analysiert werden. Der Rhein-Hunsrück-Kreis hat so mit zum Teil diffizilen Maßnahmen innerhalb von 12 Jahren die Heizkosten um 25%, den Wasserverbrauch um 26% und den Stromverbrauch um rechnerisch 25% (5%) gesenkt (der letzte Wert ist rechnerisch, weil zur gleichen Zeit erhebliche Mehrverbräuche durch die Einrichtung von energieintensiven Serverräumen, Mensen und Ganztagsschulbetrieben stattfanden und die Ersparnis auf 5 % reduzierten). Gleichzeitig sank der CO2 Wert um 9500 Tonnen und insgesamt konnte ein Betrag von zwei Mio. Euro eingespart werden. Die Aufträge gingen meistens an heimische Unternehmen. Ohne diese Maßnahmen hätte der Rhein-Hunsrück-Kreis bei den explosionsartig gestiegenen Energiekosten
Die Begriffe "Energieproduktivität" und "steigern" sind für mich beide zu unscharf und nicht wirklich greifbar! Bereiche und klare Ziele definieren!
Der Anteil an erneuerbaren Energieträgern muss deutlich erhöht werden. Schluss mit Kohle und Atomstrom. Nicht immer mehr Energie kann die Devise sein, es muss auch um Suffizienz gehen und Suffizienzerziehung. Weniger ist mehr!
  • 1
zurück