Die Anbaufläche des ökologischen Landbaus auf 20 Prozent erhöhen

Der ökologische Landbau stellt einen unverzichtbaren Beitrag für ein nachhaltiges Wirtschaften dar. Für das Jahr 2013 weist das Statistische Landesamt aus, dass in Rheinland-Pfalz 6,7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet werden. Danach liegt Rheinland-Pfalz erstmals seit der Jahrtausendwende über dem gesamtdeutschen Wert von 6,3 Prozent. Dem rheinland-pfälzischen Agrar- und Ernährungsbericht 2015 zufolge wurden im Jahr 2014 in Rheinland-Pfalz 7,7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet. Damit ist die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Rheinland-Pfalz in den Jahren 2010 bis 2014 um 43 Prozent gestiegen. Die Zahl der Öko-Betriebe ist im gleichen Zeitraum um 36 Prozent auf 1 264 beziehungsweise 5,67 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe gestiegen. Diese eindeutige Entwicklung zu einer Stärkung des ökologischen Landbaus spiegelt die wachsende Nachfrage nach Bioprodukten wider und ist gleichzeitig Ergebnis einer konsequenten Förderpolitik der Landesregierung. Der ökologische Landbau fördert nicht nur die Biodiversität, sondern stellt auch ein zukunftsorientiertes Produktions- und Marktsegment für die Betriebe dar. In Rheinland-Pfalz wird die Umstellung der Landwirtschaft und des Weinbaus auf diese nachhaltige Wirtschaftsweise durch eine finanzielle Förderung der Unternehmen, durch eine Verbesserung der Vermarktungsstrukturen für Bio-Produkte sowie die kompetente Beratung und das Versuchswesen unterstützt. So hat die Landesregierung ab 2012 die Förderprämien für Neueinsteiger im ökologischen Landbau um 20 bis 25 Prozent angehoben, zusätzlich wird den Betrieben ein Kontrollkostenzuschuss gewährt. Obwohl die Fläche in Rheinland-Pfalz, die nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet wird, in der Landwirtschaft wie auch im Weinbau steigt, kann die steigende Nachfrage nach land- und weinwirtschaftlichen Ökoprodukten bei Weitem nicht durch das heimische Angebot gedeckt werden. Um die biologische Vielfalt im Lande zu fördern und die regionale Wertschöpfung zu steigern, hat sich Rheinland-Pfalz das Ziel gesetzt, die Anbaufläche des ökologischen Landbaus mittel- fristig auf 20 Prozent zu erhöhen.

Überdies tragen die Förderung von Naturschutzprojekten in landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaften, beispielsweise durch Maßnahmen des ELER-Entwicklungsprogramms einschließlich des Projekts „Partnerbetrieb Naturschutz“, in Rheinland-Pfalz dazu bei, dass Landwirtschaft und Naturschutz in gegenseitiger Ergänzung zum Schutz der Biodiversität wirken. Darüber hinaus ist Rheinland-Pfalz am 22. Mai 2013 dem Europäischen Netzwerk Gentechnikfreier Regionen beigetreten.

Zur vollständigen Nachhaltigkeitsstrategie des Landes: Fortschreibung 2015 >>

Verbindung zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen

Dieses Nachhaltigkeitsziel Rheinland-Pfalz leistet einen Beitrag zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nation, insbesondere SGD 2.4 sowie 15.5


Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen


Indikatoren

Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz:

Anteil der ökologischen Landwirtschaft an der landwirtschaftlichen Gesamtfläche


Status aus dem Indikatorenbericht 2017

Der Wert entwickelt sich in den letzten drei Jahren, für die Daten vorliegen, in die gewünschte Richtung.

Die Anbaufläche des ökologischen Landbaus erhöht sich seit der Jahrtausendwende beständig. So hat sich der Anteil der Flächen mit ökologischer Landwirtschaft an der landwirtschaftlich genutzten Fläche insgesamt seither mehr als vervierfacht. Gleichwohl ist das Ziel, wonach der Anteil der Flächen mit ökologischer Landwirtschaft an der landwirtschaftlich genutzten Fläche 20 Prozent betragen soll, zwar näher gerückt, aber immer noch ein gutes Stück entfernt.

Um das Ziel zu erreichen, die Anbaufläche des ökologischen Landbaus auf 20 Prozent zu er­ höhen, treibt die Landesregierung die Stärkung des Öko-Landbaus weiter voran. Dies geschieht insbesondere durch

  • eine finanzielle Förderung der Unternehmen in der Umstellungsphase;
  • eine Unterstützung bei der Verbesserung der Vermarktungsstrukturen für Bio-Produkte;
  • umfassende Beratung durch das Kompetenz- zentrum ökologischer Landbau Rheinland-Pfalz.

Zum vollständigen Indikatorenbericht 2017 >>


Kommentare

Die Böden mit natürlichem, langfristg wirkendem Dünger versorgen und somit den Organismus "Boden" wiederbeleben. Die Regenwürmer, Pilze und Microorganismus mit Nahrung versorgen und einen Humusaufbau ermöglichen, der dann Starkniederschläge puffern kann und bei Trockenheit längere Zeit diesem Organismus Wasser zur verfügung stellt. Endlich wieder Lebensmittel herstellen und nicht nur Nahrungsmittel!
Stärkung der Beratung von Landwirten, neue Geschäftsmodelle entwicklen, auch die solidarische Landwirtschaft sollte eine anständige Existenzgrundlage für die Landwirtin/den Landwirt darstellen (keine Selbstausbeutung)
"gewöhnlichen" Anbau, wirtschaftlich ggü. dem ökologischen Anbau unlukrativ machen, anstatt den ökologischen mit viel Geld (meist noch zeitlich begrenzt) zu subventionieren.
Im Boden liegt meiner Meinung nach der Schlüssel zur erfolgreichen Klimawende. So viel kann hier gemacht werden! - Aufforstung, pro Kubikmeter Holz wird 1 Tonne CO2 gebunden - Ökologischer, kreislauforientierter Anbau bringt Humusaufbau, was der Luft ebenfalls CO2 entzieht - Ökologischer Anbau nutzt keine synthetischen Düngemittel (dreifacher Nutzen: keine Abhängigkeit von Exportländern, kein zusätzliches Freisetzen von CO2, weniger Erosion)
Das Ziel den ökolog. Landbau zu erhöhen ist wenig ambitioniert und dazu noch ohne ein Zieljahr angegeben! Rheinland-Pfalz sollte die regionalen Betriebe stärker unterstützen und die Förderungen aus der EU Agrar-Subventionssäule II (Zweckgebunden) mitfinanzieren.
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