Den Anteil der vom Aussterben bedrohten und stark gefährdeten Arten bis 2025 verringern

Nach wie vor bildet der Artenschutz eine elementar wichtige Säule für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Das Bundesprogramm „Hotspots der Biologischen Vielfalt“ listet für Rheinland-Pfalz fünf „Biodiversität-Hot Spots“ auf, die von bundesweiter Bedeutung sind und sich durch eine besonders hohe Dichte und Vielfalt an charakteristischen Arten, Populationen und Lebensräumen auszeichnen. Hierbei handelt es sich um:

  • die Nördliche Oberrheinebene mit Hardtplatten,
  • Donnersberg, Pfälzerwald und Haardtrand,
  • das Mittelrheintal mit den Seitentälern Nahe und Mosel,
  • Saar-Ruwer-Hunsrück, Hoch- und Idarwald und Oberes Nahebergland sowie
  • die Kalk- und Vulkaneifel. 

Das heimische Artenspektrum weist auch Arten auf, deren weltweiter Verbreitungsschwerpunkt in Rheinland-Pfalz liegt. Für die Erhaltung dieser „Verantwortungsarten“ hat das Land Rheinland-Pfalz eine besondere Verpflichtung. Der Handlungsdruck wird deutlich beim Blick auf die aktuellen Zahlen aus den Veröffentlichungen der Roten Listen der Schmetterlinge beziehungsweise heimischen Brutvogelarten. Bei Brutvögeln wie Feldlerche, Feld- und Haussperling sowie Mehl- und Rauchschwalbe sind die Bestände in den letzten 25 Jahren um die Hälfte zurückgegangen, 15 Prozent der Brutvögel sind sogar vom Aussterben bedroht. Bei den heimischen Schmetterlingsarten stehen rund 65 Prozent der untersuchten Arten auf der Roten Liste. Der Rückgang der Schmetterlinge ist besonders besorgniserregend, weil sie als Indikatoren für andere Arten gelten. Beschränkte sich die Bedrohung lange auf hoch spezialisierte Arten, so werden heute auch Zitronenfalter, Kleiner Fuchs und Admiral seltener. Auch die heimische Bienenpopulation ist in Gefahr. Diese Bedrohung hat besondere Ausmaße, denn Bienen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen und damit zum Erhalt einer artenreichen Kulturlandschaft. Auch von daher ist das Land gefordert, seine Anstrengungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu verstärken.

Zur vollständigen Nachhaltigkeitsstrategie des Landes: Fortschreibung 2015 >>

Verbindung zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen

Dieses Nachhaltigkeitsziel Rheinland-Pfalz leistet einen Beitrag zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nation, insbesondere SGD 15.1, 15.2, 15.3, 15.4, 15.5, 15.7, 15.8 und 15.9

 


Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen


Indikatoren

Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz:

Zahlen aus der Veröffentlichung der Roten Listen

Status aus dem Indikatorenbericht 2017


[Es liegen noch keine Daten vor]

Das Ziel, den Anteil der vom Aussterben bedrohten und stark gefährdeten Arten bis 2025 zu verringern, ist weiterhin eine zentrale Herausforderung. Der Handlungsdruck wird deutlich beim Blick auf die aktuellen Zahlen aus den Veröffentlichungen der Roten Listen (zum Beispiel Schmetterlinge, heimische Brutvogelarten). Der Rückgang der Schmetterlinge ist weiter besorgniserregend, zumal sie als Indikatoren für andere Arten gelten. Beschränkte sich die Bedrohung zunächst auf hoch spezialisierte Arten, so sind heute auch Zitronenfalter, Kleiner Fuchs und Admiral seltener. Aktuell gelten bei den heimischen Großschmetterlingen rund 50 Prozent der untersuchten Arten mindestens als gefährdet. Bei der Gruppe der Tagfalter und Widderchen sind es sogar 64 Prozent. Bei den Brutvögeln zeigen sich besonders starke Rückgänge bei Arten, die an landwirtschaftliche Nutzflächen und alte Bewirtschaftungsformen gebunden sind. Sie sind meist Bodenbrüter und der intensiven Bewirtschaftung unmittelbar ausgesetzt. Hierzu gehören unter anderem der Kiebitz, der Wachtelkönig, das Braunkehlchen und die Bekassine. Selbst ehemals häufige Arten wie die Feldlerche und das Rebhuhn sind betroffen. Eine weitere Gefahr droht den Brutvögeln durch den Insektenrückgang der letzten Jahre, da sie die Insekten zur Jungenfütterung und -aufzucht benötigen. Rund 15 Prozent der Brutvögel sind sogar vom Aussterben bedroht. Aber auch Arten anderer Lebensräume erleben derzeit einen Rückgang.

Die Gefährdung der heimischen Bienenpopulationen stellt eine besondere Bedrohung dar, da rund 80 Prozent der blühenden Kulturpflanzen auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind, vor allem durch Wild- und Honigbienen. Damit leisten Bienen nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen, sondern sind auch unverzichtbar für den Erhalt einer artenreichen Kulturlandschaft. Die Herausforderung, die Artenvielfalt zu erhalten, stellt sich auch im Wald. Dabei besteht die Strategie nur teilweise darin, eigens Schutzgebiete auszuweisen. Vielmehr sollen auch Wirtschaftswälder einen wesentlichen Beitrag leisten. Biotopbäume und Altbäume sind zusammen mit Totholz wesentliche Lebensraumelemente für zahlreiche Waldarten. Das BAT-Konzept, das seit 2011 in Rheinland-Pfalz angewandt wird, zielt darauf ab, diese auch in bewirtschafteten Wäldern zu erhalten und damit vielen Arten ein Habitat zu bieten.

Wichtige Erfolge feiert Rheinland-Pfalz zudem bei der Ansiedlung von Luchsen im Pfälzerwald oder der Wiederverbreitung von Lachsen in heimischen Gewässern. Mit der Biodiversitätsstrategie des Landes hat sich das Land Ziele und Maßnahmenschwerpunkte gesetzt, die im Rahmen des 2017 neu gestarteten Landesprogramms „Aktion Grün“ in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen.

Weitere Informationen: https://mueef.rlp.de/en/themen/naturschutz/aktion-gruen/biologische-vielfalt/  https://www.wald-rlp.de/bewahren/biodiversitaet/schutz-durch-nachhaltige-bewirtschaftung/ 

Zum vollständigen Indikatorenbericht 2017 >>

 


Kommentare

Ich finde es sehr schade, dass aufgrund des Fehlverhalten des Menschen so viele Tierarten aussterben. Tiere haben es nicht verdient unter so schlechten Umständen leben zu müssen. Es sollte definitiv etwas gegen das Aussterben unternommen werden, da sonst die Vielfalt der Tierwelt nie mehr so sein wird wie sie mal war. Wenn wir so weiter machen könnte es irgendwann sogar gar keine Tiere mehr geben.
Schulhöfe naturnah gestalten und gepflasterte Flächen reduzieren. Anlage von Hochbeeten usw.
Platz für Schulgärten schaffen, um so für die Natur zu sensibilisieren
Nicht nur in Rheinhessen (speziell VG Bodenheim) ist seit Jahren zu beobachten, dass Sträucher in den Feldern und Weinbergen gerodet werden, dass man immer mehr älteren Baumbestand fällt und somit Lebensräume sowie Kohlenstoffspeicher vernichtet. Dies geschieht angeblich aus Verkehrssicherungsgründen, aber auch als "Pflegemaßnahme" oder wegen neuer Baugebiete / Neubauten / Straßen. Es heißt, es würden ja Ersatzpflanzungen vorgenommen - zumindest bei Bäumen mit größerem Stammumfang. Dass jedoch ein Baum tatsächlich ein Lebensraum ist, und dass Ersatzpflanzungen Jahre oder gar Jahrzehnte benötigen, um den ökologischen Nutzen der zuvor gefällten Pflanzen zu erreichen (falls er erreicht wird), wird ignoriert. Auch die Tatsache, dass die Rodungen zur Vogelbrut erfolgen. Daher: Wir brauchen mehr Hecken, Bäume (auch ältere), Wiesenflächen - deutlich weniger Rodungen. Weitere Idee: Klimaschutzwälder wie im Kreis Emsland: Pro Einwohner einen neuen Baum pflanzen. Auch das ist Artenschutz.
Flächenversiegelung verhindern, Schottergärten sanktionieren und bautechnisch untersagen, Blumenwiesen auf kleine und großen Flächen anlegen bzw Anreize dafür schaffen, Dachbegrünung fördern, Raum für Wildkräuter, Bevölkerung für die sensible Thematik motivieren und bilden, naturfördernde Arbeitsplätze schaffen, Nischen begrünen, urban gardening (kleinflächiges, oder auch flexibles Gärtnern) fördern....... Ein sehr gutes beispiel ist die "essbare Stadt Andernach"
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