Den Anteil der Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert erhöhen

Ungeachtet ihrer großen Bedeutung schreitet der Verlust der globalen biologischen Vielfalt weiterhin ungebremst voran. Das Ziel der Vertragsstaaten der Konvention über die biologische Vielfalt (CBD), bis 2010 die weltweite Verlustrate an Biodiversität auch nur zu reduzieren, wurde verfehlt. Der im Oktober 2010 in Nagoya in der japanischen Provinz Aichi verabschiedete Strategische Plan zur Biodiversität 2011 bis 2020 beinhaltet fünf strategische Ziele mit insgesamt 20 Kernzielen ("Aichi-Ziele"). Bei den fünf strategischen Zielen geht es um die Bekämpfung der Ursachen des Rückgangs der biologischen Vielfalt, die Reduktion des Druckes auf die Biodiversität, die Verbesserung des Zustands der biologischen Vielfalt, die Erhöhung des Nutzens für alle und die Verbesserung der Umsetzung der Maßnahmen. Die 2014 publizierte Zwischenbilanz des Sekretariats der Konvention zu den mit dem Strategischen Plan erzielten Fortschritten fällt erneut ernüchternd aus. Trotz einiger ermutigender Entwicklungen, heißt es dort, werde der Fortschritt in den meisten Fällen nicht ausreichen, die Aichi-Ziele zu erreichen. So werde der Druck auf die weltweite Biodiversität zumindest bis 2020 anhalten. Anstelle der angestrebten Verbesserung ist unter dem Strich mit einer Verschlechterung des Zustandes zu rechnen.

So ist in Europa jede sechste Vogelart vom Aussterben bedroht, in Deutschland ist nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz jede dritte Art in ihrem Bestand gefährdet. Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie bildet die Entwicklung der Artenvielfalt mit einem Index ab, der die Bestände von 51 Vogelarten zugrunde legt. Nahm dieser Index für das Jahr 1970 noch den Wert 107 an, so sank er für das Jahr 2011 auf 63. Das Ziel der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, für das Jahr 2015 wieder einen Indexwert von 100 zu erreichen, dürfte kaum erreicht werden können. 

Ein direkter Vergleich mit der Entwicklung in Rheinland-Pfalz ist aufgrund der Datenlage nicht möglich. In Rheinland-Pfalz werden die Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert als Indikator für biologische Vielfalt herangezogen. Hierbei ist von 2009 bis 2013 eine Steigerung von 12,6 auf 12,8 Prozent auszumachen. In Deutschland ist hingegen für den gleichen Zeitraum ein Rückgang von 13,1 auf 11,8 Prozent zu verzeichnen. Lagen die entsprechenden Werte für Rheinland-Pfalz vor vier Jahren noch unter den Werten auf Bun- desebene, so hat sich diese Situation nunmehr umgekehrt. Dies mag auch auf den in Rheinland- Pfalz stärker als im Bund gestiegenen Anteil der ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fläche zurückzuführen sein. 

Ein direkter Vergleich mit der Entwicklung in Rheinland-Pfalz ist aufgrund der Datenlage nicht möglich. In Rheinland-Pfalz werden die Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert als Indikator für biologische Vielfalt herangezogen. Hierbei ist von 2009 bis 2013 eine Steigerung von 12,6 auf 12,8 Prozent auszumachen. In Deutschland ist hingegen für den gleichen Zeitraum ein Rückgang von 13,1 auf 11,8 Prozent zu verzeichnen. Lagen die entsprechenden Werte für Rheinland-Pfalz vor vier Jahren noch unter den Werten auf Bundesebene, so hat sich diese Situation nunmehr umgekehrt. Dies mag auch auf den in Rheinland-Pfalz stärker als im Bund gestiegenen Anteil der ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fläche zurückzuführen sein. Mit Blick auf die Situation in Deutschland insgesamt geht dieser Befund einher mit der Feststellung in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, wonach in Deutschland der Agrarraum Anlass zur Sorge gibt. Der Indexwert des Biodiversitätsindikators der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie für Agrarland liegt für das Jahr 2011 bei 56 (des für das Jahr 2015 angestrebten Zielwertes von 100), also noch einmal merklich unter dem für die biologische Vielfalt insgesamt ermittelten Wert von 63.

Zur vollständigen Nachhaltigkeitsstrategie des Landes: Fortschreibung 2015 >>

Verbindung zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen

Dieses Nachhaltigkeitsziel Rheinland-Pfalz leistet einen Beitrag zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nation, insbesondere SGD 15.1 und 15.5


Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen


Indikatoren

Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz:

Anteil der Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert an der insgesamt verwendeten Agrarlandschaftsfläche


Status aus dem Indikatorenbericht 2017

Der Wert entwickelt sich in den letzten drei Jahren, für die Daten vorliegen, nicht in die gewünschte Richtung.

Das Ziel, den Anteil der landwirtschaftlichen Fläche mit hohem Naturwert zu erhöhen, konnte für die Zeitspanne von 2009 bis 2015 nicht erreicht werden. Zwar stieg der Wert von 2009 auf 2013 markant an, fiel jedoch in den Jahren 2013 und 2015 wieder, um dann im Jahre 2015 unterhalb des Wertes der Ausgangsbetrachtung zu liegen. Ungeachtet der zwischenzeitlichen Erhöhung des Anteils der Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert geht die Entwicklung nicht in die richtige Richtung. In Rheinland-Pfalz ist die Abnahme beim Grünland fast für den gesamten Rückgang des Anteils der Flächen mit hohem Naturwert seit 2013 verantwortlich. Die Anteile der anderen Flächentypen blieben dagegen seit 2013 weitgehend konstant. Lediglich der Anteil der ökologisch wertvollen Obstbestände an der Agrarlandschaftsfläche nahm leicht um 0,1 Prozentpunkte ab. Auch in Deutschland war der Rückgang bei den Grünlandflächen für die Reduktion des Anteils der Flächen mit hohem Naturwert insgesamt maßgeblich. Im Vergleich zum Bund verläuft die Entwicklung in Rheinland-Pfalz insofern positiver, als das Land seit 2011 trotz der beschriebenen rückläufigen Entwicklung über den Werten des Bundes liegt. Gleichwohl wird die Lücke von 2013 bis 2015 wieder kleiner, die Entwicklung gleicht sich tendenziell an.

Um das Ziel zu erreichen, den Anteil der Land­ wirtschaftsflächen mit hohem Naturwert zu erhöhen, treibt die Landesregierung den Schutz der Agrobiodiversität weiter voran. Dies geschieht insbesondere durch

  • die Förderung technologischer Innovationen und die Unterstützung von Maßnahmen, die gemäß der EU-Pflanzenschutzrichtlinie, des Pflanzenschutzgesetzes und des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz zu einer Reduzierung der Umweltbelastungen beitragen;
  • die Förderung von Naturschutzmaßnahmen in landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaften, beispielsweise durch Beratung der Landwirte im Naturschutzmanagement einschließlich des Angebots „Partnerbetrieb Naturschutz“ und durch Maßnahmen des ELER-Entwicklungsprogramms;
  • die Etablierung der „Aktion Grün“ als Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie.

Weitere Informationen: http://www.eler-eulle.rlp.dehttps://mueef.rlp.de/en/themen/naturschutz/aktion-gruen/biologische-vielfalt/ 

Zum vollständigen Indikatorenbericht 2017 >>


Kommentare

Landauf landab sieht man landwirtschaftliche Monokulturen (Mais, Raps etc.) . Eine artenreiche Vielfalt ist unter anderem dadurch schon lange nicht mehr gegeben. Eine Möglichkeit dieses zu ändern könnte beispielsweise sein, das Landwirte die per Gesetz sowieso dazu verpflichtet sind, Flächen von x% auch wirklich als Blühstreifen zur Verfügung zu stellen. Bei Missachtung sollten entsprechende Sanktionen folgen.
Wichtig! Auch konventionelle Bauern „mit ins Boot nehmen“! Ökologische Nachhaltigkeit ist höher zu werten als Steigerung (Erhalt) des wirtschaftlichen Wohlstandes.
Schritt in die richtige Richtung um bspw. das Bienen-sterben zu bremsen.
  • 1
zurück