Den Anteil der FSC-zertifizierten Waldfläche erhöhen

Rheinland-Pfalz ist gemeinsam mit Hessen das relativ waldreichste Bundesland in Deutschland. Über 42 Prozent der Landesfläche, ca. 840 000 Hektar, sind mit Wald bedeckt. Der Wald ist für Rheinland-Pfalz ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die Forstwirtschaft und die darauf aufbauende Holzbe- und verarbeitende Industrie sichern über 50 000 Arbeitsplätze und erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund sieben Milliarden Euro. Gleichzeitig bietet der Wald Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Die naturnahe Bewirtschaftung der Wälder ist auch ein wichtiges Ziel der Biodiversitäts- und Klimaschutzpolitik in Rheinland-Pfalz. Standortgerechte und strukturreiche Mischwälder – der Anteil der Laubbäume in Rheinland-Pfalz steigt stetig und beträgt bereits 60 Prozent – werden den vielfältigen Anforderungen an den Wald als Naturschutz-, Erholungs- und Wirtschaftsraum am besten gerecht.

Der Wald als ein sehr sensibles und langlebiges Ökosystem ist durch die Folgen des Klimawandels langfristig betroffen. Als Lieferant eines nachwachsenden, CO2-speichernden Rohstoffes kann er gleichzeitig auch einen wirksamen Beitrag leisten, Treibhausgase, unter anderem auch in Form von langlebigen Holzprodukten, zu binden. Holz kann in Produktionsprozessen oder aber auch als Energielieferant die klimafreundlichere Lösung darstellen. Die Nutzung des Waldes trägt somit auch unmittelbar zu dessen Schutz bei.

Um die Erfüllung eines umfassenden Nachhaltigkeitsanspruchs in der Waldbewirtschaftung von unabhängiger Stelle nachweisen zu können, wurden weltweit verschiedene Zertifizierungssysteme (zum Beispiel Forest Stewardship Council (FSC), Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC), Naturland Richtlinien zur Ökologischen Waldnutzung) entwickelt. In Rheinland-Pfalz sind von den 840 000 Hektar Waldfläche rund 70 Prozent beziehungsweise 590 000 Hektar Wald nach PEFC zertifiziert. Darüber hinaus sind bislang 41 Forstämter in Rheinland-Pfalz mit einer Gesamtfläche von ca. 191 000 Hektar nach FSC zertifiziert. Der Prozess einer vollständigen Zertifizierung des Staatswaldes ist damit nahezu abgeschlossen. Lag der Anteil der FSC-zertifizierten Waldfläche an der Waldfläche in Rheinland-Pfalz insgesamt 2012 noch bei knapp 13 Prozent, so waren es 2013 bereits 22 und 2014 rund 30 Prozent.

Zur vollständigen Nachhaltigkeitsstrategie des Landes: Fortschreibung 2015 >>

Verbindung zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen

Dieses Nachhaltigkeitsziel Rheinland-Pfalz leistet einen Beitrag zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nation, insbesondere SGD 15.2


Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen


Indikatoren

Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz:

Anteil der FSC-zertifizierten Waldfläche an der Waldfläche insgesamt


Status aus dem Indikatorenbericht 2017

Der Wert entwickelt sich in den letzten drei Jahren, für die Daten vorliegen, in die gewünschte Richtung.

Das Ziel, den Anteil der FSC-zertifizierten Waldfläche zu erhöhen, wurde erreicht. Insbesondere in den Jahren 2012 bis 2014 ist eine kräftige Zunahme zu beobachten. Der Grund hierfür liegt wesentlich in der Zertifizierung des rheinland-pfälzischen Staatsforstes. Allerdings ist dieser Prozess inzwischen abgeschlossen, so dass er als Treiber für die kommenden Jahre ausfallen wird. Der deutlich flachere Verlauf der Entwicklung der Jahre 2015 und 2016 spiegelt diese Tatsache wider. Nachholbedarf gibt es bei Waldflächen im kommunalen Besitz, in stärkerem Maße noch bei den Privatforsten. Im Vergleich zur Entwicklung in Deutschland ist zu beobachten, dass der Anteil der FSC-zertifizierten Waldfläche seit der Jahrtausendwende in Rheinland-Pfalz durchweg höher war. Diese Tendenz hat sich in den vergangenen Jahren durch den intensiven Prozess der Zertifizierung der Staatsforste noch einmal massiv verstärkt.

Um das Ziel zu erreichen, den Anteil der FSC­ zertifizierten Waldfläche zu erhöhen, treibt die Landesregierung eine an Nachhaltigkeit orien- tierte Forstpolitik weiter voran. Dies geschieht insbesondere durch

  • den Abschluss des Prozesses der vollständigen FSC-Zertifizierung der rheinland-pfälzischen Staatsforsten;
  • dieUnterstützungzertifizierungswilliger Forstbetriebe durch Serviceleistungen, indem beispielsweise zertifizierungsrelevante Planungsunterlagen bereitgestellt werden;
  • die Zertifizierung von Öko-Weihnachtsbäumen.

Weitere Informationen: https://mueef.rlp.de/de/themen/wald/

Link zum Indikatorenberich 2017 >>


Kommentare

Wir würden uns wünschen, dass bei einer Erhöhung des FSC Anteils die Flexibilität in Ausnahmezuständen berücksichtigt wird. Aktuelles Beispiel: Die Borkenkäfer Problematik bedingt (unserer Meinung nach) eine leichte Abweichung der FSC Standards um weitere Waldschäden einzudämmen (möglicher PSM Einsatz)
Davon profitiert neben den Geldbeuteln von FSC NIEMAND!
  • 1
zurück